Dörfer und Schlösser in Piemont und Ligurien Auf Entdeckungsreise mit dem Motorrad Italiano
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Routen 5Von Finale Ligure nach Calizzano

das Panorama

Vom Meer zu frischen Quellen: ein hübscher Bergpass durch Wälder und blühende Wiesen

Das Gelände zwischen den Landzungen Capo Noli und Caprazoppa, und der Hochebene Le Manie und dem Val Ponci im Hinterland ist ein Gebiet ohne gleichen in Ligurien. Die Karst-Hochebene Le Manie beheimatet zahlreiche Höhlen und eine üppige Mittelmeervegetation. Schöne Wanderwege und hohe abschüssige Wände führen über römische Brücken, an Bauerndörfern, Weinbergen und kultivierten Feldern vorbei. Die Stadt Finale Ligure setzt sich aus drei Ortsteilen zusammen: Finalpia sul Mare mit der Benediktinerabtei Santa Maria di Pia, Finalmarina mit seinen herrlichen Spazierwegen im Schatten der Palmen, und Finalborgo, das als eines der schönsten Dörfer Italiens ausgezeichnet ist. Es wurde 1100 von den Del Carretto gegründet und zeugt noch heute von der alten Glanzzeit als Hauptstadt des Markgrafentums mit seinen Mauern, eleganten Palästen, der Kirche und dem monumentalen Gebäudekomplex Santa Caterina.

Die Festung Castelfranco befindet sich auf einer strategischen Position über dem Ort Finalmarina, um die Küste von Caprazoppa bis nach Capo San Donato zu überwachen. Der Grundriss wurde im 14. Jahrhundert von den Genuesen erbaut, aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geändert, vor allem zu Zeiten der spanischen Herrschaft. Heute ist die Festung Gemeindeeigentum und bietet Platz für Veranstaltungen und Ausstellungen. Von Finalborgo geht die Berretta Straße ab, die 1666 eröffnet wurde um Finale mit Mailand zu verbinden. Dem alten Verlauf folgend treffen wir auf das hochgelegene Castel San Giovanni, eine mittelalterliche Burg mit spanischen Ausbauten, und die Ruinen von Castel Gavone, einem Militär- und Wohngebäude. Fast intakt ragt der Diamantenturm (Torre del Diamante) in den Himmel, der seinen Namen von seiner Einkleidung mit Bossenwerk bekommen hat.

Von Finalborgo fährt man hoch Richtung Passübergang Colle del Melogno, wo sich ein Festungskomplex befindet. Die Lage wurde um 1885 als strategische Barriere gegen mögliche französische Invasionen über das Meer gewählt. Die Hauptfestung (Forte Centrale) liegt am Passübergang; über Wanderwege können zwei weitere Festungen der Anlage erreicht werden. Wieder auf der Provinzstraße durchqueren wir den Buchenwald Foresta della Barbottina, der sich über 244 Hektar um den gleichnamigen Bach ausbreitet. Wir kommen in Calizzano an, einem Ferienort auf rund 650 m ü.d.M mit zahlreichen Wanderwegen durch die unberührte Natur und sogar 13 Quellen: das berühmte Wasser von Calizzano wird in Flaschen abgefüllt und in ganz Norditalien verkauft.

Die kulinarische Tradition des Alta Val Bormida spiegelt die geografische Position zwischen Ligurien und dem Piemont wider. Pilze, vor allem Steinpilze, sind hier das wichtigste Produkt. Zu probieren sind auch die Castagna essicata nei Tecci (typische Dörrkastanie) aus Calizzano und Murialdo – ein Slow Food-Förderkreis und Zutat für Kekse, Cremes und Eis.